Eitelkeit

Viele Menschen sind eitel. Wahrscheinlich sorgen sich besonders die Reichen und Attraktiven um ihre körperliche und "charakterliche" Schönheit. Oft ist mit Eitelkeit auch die Sorge um eine bestmögliche Ausstrahlung gemeint. Eine Prise Eitelkeit hat noch niemandem geschadet, aber zu viel von diesem Streben ist in der Regel kontraproduktiv.

Eitelkeit

Übertriebene Eitelkeit und Narzissmus

"Mensch, bin ich geil!"

Eng mit dem Begriff Eitelkeit verbunden ist die Bezeichnung Narzissmus (= übertriebene Fixierung auf die Außenwirkung der eigenen Person). Die Betreffenden können gar nicht genug von sich bekommen, frönen ausgiebig dem Körperkult. Das Ziel ist die maximal-positive Außenwirkung. Meistens ist ihre Erscheinung wirklich imposant und eindrucksvoll.
Umso mehr erstaunt es, dass auch nur der Hauch von negativer Kritik als massiver Angriff auf das Selbstwertgefühl empfunden wird. Daher gilt: Ihr größter Vorteil ist gleichzeitig ihr "wunder Punkt".

Übertriebene Eitelkeit und Partnerwahl

"Er sieht so toll aus!"

Sie kennen sicher den Spruch "Gleich und gleich gesellt sich gern". Diese Theorie scheint sich vor allem bei übertrieben eitlen Menschen zu bewahrheiten. Die (zumeist) oberflächlich orientierte Selbstwahrnehmung (das Aussehen ist das Wichtigste) hat in manchen Fällen auch Auswirkungen auf die Partnersuchbilder, denen man nachstrebt.
Natürlich fühlt man sich entsprechend nur von Personen des anderen Geschlechts angezogen, mit denen man sich "sehen lassen kann". Infolgedessen fallen viele durchs Raster. Wie man sieht, liegt hier eine eher oberflächliche Partnerwahl vor.

Ursachen von übertriebener Eitelkeit

"Du bist so hübsch, mein Kind!"

Populäre Beispiele aus der Menschheitsgeschichte zeigen, dass das Eitelkeits-Streben nur beim Homo sapiens vorkommt. Bekannt etwa ist der Fall "Kamala und Amala". Diese beiden Mädchen wuchsen als "Wolfskinder" auf. Als man sie fand, zeigten sie vor allem eines: tierisches Verhalten und keinerlei Anzeichen von Eitelkeit.
Eitelkeit entsteht in der Kindheit. Das Streben kann entstehen, wenn Heranwachsende Eltern haben, die sehr eitel sind (per Modell-Lernen wird es verinnerlicht). Eine "gute Grundlage" für die Ausprägung von übertriebener Eitelkeit liegt dann vor, wenn die Bezugspersonen immer wieder den Fokus ihrer Erziehung auf die Attraktivität ihres Kindes legen.

Wenn die Eitlen älter werden...

"Was könnte man denn da machen?"

Das psychische Wohlergehen steht meistens dann auf des Messers Schneide, wenn extrem eitle Persönlichkeiten in die Jahre kommen. Sie brauchen ohnehin viel Bestätigung und Aufmerksamkeit. Nagt der "Zahn der Zeit" nun am Erscheinungsbild, so schrillen schnell die Alarmglocken. Depressionen können die Folge sein. Sodann werden Maßnahmen ergriffen, vor allem medizinische und/oder chirurgische. In manchen Fällen nimmt das Ganze skurrile Strukturen an, und dann kann man die Betreffenden nur noch bemitleiden. Sie kennen sicher einige Beispiele aus den Medien.

Umgang mit der eigenen Eitelkeit

Die Wahrheit liegt (mal wieder) in der Mitte

Natürlich schadet ein gewisses Maß an Eitelkeit nicht. In manchen Berufen kommt es zweifellos auf ein gepflegtes Erscheinungsbild an. Doch man sollte fähig sein, eine Grenze zu ziehen. Manche bringen es - etwas überspitzt ausgedrückt - nicht übers Herz, ungeschminkt zur Mülltonne vor dem Haus zu laufen. Zu viel Außenorientierung schadet der Persönlichkeits- und Charakterentwicklung. Wir werden alle mal älter, daher kann eine perfekte Hülle nicht das Maß aller Dinge sein.

Umgang mit übertrieben eitlen Menschen

Anpassung und Konfrontation

Wenn Sie berufsmäßig mit sehr eitlen Individuen zu tun haben, so bietet es sich an, öfter mal ein Wort der Anerkennung fallen zu lassen ("Hey, Frau Meyer, Sie haben ja eine neue Frisur; sieht toll aus!"). Dies sorgt für den Aufbau von Sympathie, und man hat vielleicht etwas davon. Mit negativer Kritik sollte man sich zurückhalten, denn gerade die Eitlen verzeihen so einen Ausrutscher nie. Grund: Man hat ihren wunden Punkt getroffen.
Im Hinblick auf den Umgang mit einem narzisstischen Partner bietet sich dasselbe Prozedere an. Parallel hierzu kann man die Eitelkeit des anderen reduzieren, wenn man in der Öffentlichkeit mit einem guten Beispiel vorangeht und die eigene Außenwirkung nicht mehr so ernst nimmt. Dann merkt der andere, dass man auf die Mitmenschen auch ohne "perfekte Hülle" einen guten Eindruck machen kann.

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