Diskriminierung

Diskriminierung ist zwar allerorten verpönt, aber sie taucht hin und wieder überall dort auf, wo Menschen aufeinandertreffen. Neigen wir alle insgeheim dazu, manche Mitmenschen zu diskriminieren? Ein kleiner Ausflug in die Psychologie bringt unangenehme Wahrheiten ans Tageslicht.

Diskriminierung

Opfer von Diskriminierung

"Schwulibert!"

Meistens sind in unserer Gesellschaft Vertreter von Minderheiten Opfer von Diskriminierung, etwa Homosexuelle, Behinderte, Migranten... Besonders sind diejenigen davon betroffen, die in den Augen der Masse "irgendwie anders" sind.
Aber im Prinzip kann jeder Mensch Opfer von Diskriminierung werden. Bekanntlich gibt es Männer, die der Kategorie "weibliches Geschlecht" sehr ambivalent gegenüberstehen.

Psychologie der Diskriminierung

"Wir sind besser als ihr!"

Hinter dem niederträchtigen Phänomen steckt natürlich ein tieferer Sinn. Denn diejenigen, die andere diskriminieren, verfolgen damit (unbewusst) diverse Ziele. So wertet man zum Beispiel die soziale Gruppe, der man angehört, auf, indem man eine Fremd- oder unmittelbare Konkurrenzgruppe abwertet, sprich: diskriminiert. Dies ist vor allem im Massensport auffällig (siehe etwa Bundesliga). Auf der anderen Seite dient Diskriminierung dazu, von eigenen Schwächen abzulenken und gleichzeitig einen Sündenbock für eigene Schwierigkeiten zu kreieren.

Diskriminierung und der Sündenbockmechanismus

"Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg!"

Wir Menschen wurden von Mutter Natur so programmiert, dass wir uns optimal fortpflanzen und überleben können. Je intelligenter der Mensch in Urzeiten wurde, desto eher mussten innerpsychische Schutzmechanismen entwickelt werden, die das Selbstwertgefühl schützen. Es wäre ja für unser Überleben sehr hinderlich, wenn wir uns jeden Tag immer wieder beurteilen müssten ("Habe ich da vielleicht einen Fehler gemacht?").
Infolgedessen haben sich Automatismen herausgebildet, die unser Selbstbewusstsein sogar dann schützen, wenn wir einmal unmoralisch handeln ("Was hätte ich denn sonst tun sollen?").
Dieser Mechanismus, überlebensnötig, wie er ist, hat einen sehr großen Nachteil, denn er motiviert uns dazu, jegliche Verantwortung für Misserfolge "den Anderen" in die Schuhe zu schieben. Daher diskriminieren manche Menschen bestimmte Personengruppen, die die eigenen Probleme verursacht haben sollen ("Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!").

Diskriminierung und Vorurteile

"Typisch Ausländer!"

Wenn jemand diskriminiert wird, werden stets auch die üblichen Vorurteile aktiviert. Tatsächlich ist Diskriminierung ohne irgendeine Beteiligung von Vorurteilen nur sehr schwer praktizierbar. Interessant ist, dass viele "Dörfler" negative Vorurteile über Bewohner der Nachbardörfer kennen, das gleiche gilt auch für Städter...
Wahrscheinlich liegt es in unserer Natur, diejenige soziale Gruppe, der wir angehören, schützen zu wollen. Doch dummerweise heißt das: Wer "wir" sagt, der sagt auch "die Anderen". Und schon haben wir das Problem der Vorurteile.

Tipps für Betroffene

"Sie sind gar nicht persönlich gemeint!"

Wenn Sie einmal Opfer von Diskriminierung werden - jeden kann es treffen -, dann sollten Sie sich vor allem eines bewusst machen: Sie sind gar nicht als Person gemeint! Diskriminiert werden Sie nämlich "nur", weil der oder die Täter Sie als Vertreter einer bestimmten Gruppe(!) wahrnehmen, die in deren Fadenkreuz steht. Das heißt, es würde jeden anderen, der gerade an Ihrer Stelle wäre und diese bestimmte Gruppe repräsentieren würde, genauso treffen.
Für die Psychohygiene können Sie einiges tun, wenn Sie offensiv zurückmotzen ("Mit mir kannst du die Nummer nicht abziehen!"), ansonsten staut sich viel Frust auf. Das sollten Sie aber am besten am Anfang des ganzen Dilemmas tun. Denn dann ist es noch möglich, das ganze Thema vorauseilend abzuschmettern. Verharren Sie nämlich "nur" in Ihrer Opferrolle, so kommen Sie irgendwann nicht mehr aus ihr heraus, und dann wird es richtig heftig für Sie!

Tipps für Täter

Verstand einschalten!

Wer häufig bestimmte Mitmenschen in seinem sozialen Umfeld (oder in seiner Freizeit) diskriminiert, dem muss klar sein: Er verfolgt damit unbewusst bestimmte Ziele. Vielleicht müsste man eigentlich bestimmte Dinge im Leben regeln - aber sucht und findet stattdessen stets wieder irgendwelche Sündenböcke, die das eigene Versagen rechtfertigen sollen. Und in Hinsicht auf die üblichen Vorurteile ist zu sagen: Täter "beten" nur die "Meinungen" von bestimmten Bezugspersonen nach, diskriminierende Ansichten sind also gar nicht durch "eigene Verstandesarbeit" entstanden. Daher sollte man mal "aufwachen"!

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