Reichtum

Den Reichen, denen gehört anscheinend die Welt, wie man sagt. Sie können sich so gut wie alles kaufen, was sie wollen, sie müssen nicht lange überlegen, ob sie sich dieses oder jenes überhaupt leisten können. Hier stellt sich natürlich die Frage: Macht Reichtum glücklich?

Reichtum

Ist Deutschland ein reiches Land?

"Wir sind Exportweltmeister!"

Deutschland ist, kapital- und produktionstechnisch gesehen, Vorreiter in Europa - und zudem so gut wie jedes Jahr Exportweltmeister. Kein anderes Land der Erde verkauft mehr Waren ins Ausland als wir. Trotz der Weltwirtschaftskrise vor wenigen Jahren geht es wirtschaftlich allerorts aufwärts. Uns geht's doch gut, oder?
Nun, auf der anderen Seite, man mag es kaum glauben, steigen die Staatsschulden jedes Jahr um mehrere 10 Milliarden Euro an. Deutschland liegt schon deutlich über der 2-Billionen-Marke (ausgeschrieben: 2.000.000.000.000 Euro). Wo soll das hinführen?

Leben in einem "reichen Land"

Mindestlohn?

Interessanterweise merken Millionen Bürgerinnen und Bürger so gut wie nichts vom Aufschwung, denn die Erträge unserer Wirtschaft fließen an der Masse vorbei; nur vergleichsweise wenige profitieren auch von den Gewinnen der Konzerne.
Ja, "Otto Normalverbraucher" muss sich auf die alltägliche Arbeit konzentrieren, aber so einfach ist es dahin gehend auch nicht. Die Angst vor Arbeitslosigkeit geht um.
Und: Weil der Arbeitsmarkt "flexibel" sein soll, so ein Grundsatz unseres Wirtschaftssystems, gibt es in vielen Branchen keinen Mindestlohn! Hunderttausende arbeiten jeden Tag für drei bis fünf Euro pro Stunde. Man muss schon differenzieren.

Reich sein

"Was kostet die Welt?"

Doch zurück zu den Reichen. Die haben ganz andere Probleme. Eines davon ist die Langeweile. Denn wenn man nicht auf den alltäglichen Broterwerb angewiesen ist, so steckt man unter Umständen in einem Dilemma: Wie soll man den Tag gestalten? So kommt es zu dem doch recht irrationalen Phänomen, dass viele Vermögende mit allerhand Tricks die Zeit regelrecht totschlagen. Geld spielt dabei eine große Rolle: Man geht etwa ordentlich shoppen, fliegt alle paar Wochen in die Südsee, spekuliert an der Börse, kauft alle paar Monate einen neuen Sportwagen... Das macht Spaß, oder?

Macht Besitz glücklich?

"Mein Haus, mein Wagen, meine Disco!"

Nun, das macht zwar Spaß, aber nicht auf Dauer glücklich. In dieser Hinsicht macht uns "unsere Natur" einen Strich durch die Rechnung. Denn wir gewöhnen uns an Gegenstände, die wir uns zulegen, auch an sehr luxuriöse. Außerdem darf man nicht vergessen: Wir leben in einer Konsumgesellschaft, in der immer wieder Nachfolgeartikel auf den Markt kommen (was natürlich Absicht ist). Leicht verblasst der extrem teure Artikel, wenn das "Update" herauskommt.
Manche Reiche sind in einer "hedonistischen Tretmühle" gefangen, wie der bekannte Wirtschaftsökonom Martin Binswanger das Phänomen nennt. Stets will man mehr, mehr, mehr.

Die Probleme der Reichen...

"Was für ein Stress, ich muss noch packen!"

Ein Grund, warum viele Reiche nicht mit Armen verkehren (und umgekehrt), liegt in den unterschiedlichen Lebensphilosophien. Die Probleme der einen sind im Allgemeinen nicht die der anderen. Über was soll man sich unterhalten? Dann doch lieber dem Prinzip "Gleich und gleich gesellt sich gern" frönen.
Hört man nun, etwa in TV-Dokus, reiche Menschen über ihre Probleme sprechen, so macht sich schnell Unverständnis breit. Schnell sagt sich der Durchschnittskonsument: "Die Probleme würde ich auch mal gerne haben!"

Reichtum ist relativ

Vergleichen Sie sich lieber mit Ärmeren anstatt mit Reichen

Wir Menschen vergleichen uns gerne mit anderen. Das fängt bereits mit dem Nachbarn an. Arbeitskollegen vergleichen sich auch relativ häufig. Das Streben scheint in unserer Natur zu liegen.
Doch man muss aufpassen: Wer zu sehr "nach oben" schaut, dem geht es tendenziell schlechter, weil er bestimmte Mitmenschen um ihr Geld beneidet. Das eigene Dasein wird dadurch schnell schwarz eingefärbt. Eher sollte man sich bewusst machen, dass Millionen Menschen auf unserem Planeten leben, die kein fließendes Wasser und kein Dach über dem Kopf haben. Nur ein kleines Exempel in diesem Sinn: Jedes Jahr sterben circa sieben Millionen Kinder an Hunger und vermeidbaren Krankheiten.
So gesehen geht es uns Deutschen im Allgemeinen dann doch nicht so schlecht, oder?

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