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Kurzkrimis

Apokalypse

2012 ist das Jahr der Apokalypse. Manche Menschen glauben fest daran, dass das Ende der Welt bevorsteht. Andere verspotten sie deswegen. Der Zweifler Bernd lässt sich nicht von seinen Planungen abhalten, die sein Leben endlich zum Besseren verändern sollen. Wird er eine Überraschung erleben?

Apokalypse

Das Erwachen

Ein lautes Krachen ließ sie erschrocken hochfahren.
Wo waren sie?
Ilka schaute sich erschrocken um. Sie sah ihren Mann Bernd am Steuer ihres Wagens sitzen. Auch sah sie Wasser, das über die Windschutzscheibe schwappte. Sie schaute aus dem Beifahrerfenster und konnte dort ebenfalls nur Wassermassen erkennen. Beunruhigt wagte sie einen Blick durch die Seite auf Bernds Seite und erkannte dort genau dasselbe.
"Die Apokalypse", schrie sie. "Ich habe es immer gewusst. Dieses Mal werden wir nicht verschont!"
"Was redest du da für meinen Mist?", schimpfte Bernd. "Hol lieber die Tasche mit dem Geld vom Rücksitz und dann sehen wir zu, dass wir hier rauskommen."
"Aber wo willst du hin?", fragte Ilka. "Die Welt geht unter. Alles steht unter Wasser. Da gibt es kein Entkommen."
"Glaubst du ernsthaft, ich beklaue die gefährlichen Bankräuber Tom und Fred, wenn ich weiß, dass einen Tag später die Welt untergeht?", gab Bernd ungehalten zurück und versuchte die Tür aufzudrücken. Doch sie gab keinen Millimeter nach. "Dafür hätte ich mir die Mühe und die Angst sparen können, wenn wir doch draufgehen."
"Du wolltest mir ja nicht glauben! Jetzt siehst du, was du davon hast!"
Ilka hörte mit Schaudern, wie das Wasser über dem Wagendach zusammenschwappte. Auch spürte sie, dass der Wagen sank und sank und sank.
"Werde endlich wach! Wir müssen zusehen, dass wir hier rauskommen und an Land schwimmen", bestimmte Bernd, kletterte über seine Frau hinweg und versuchte, die Beifahrertür zu öffnen. Doch auch dort hatte er kein Glück. "Es wird nicht mehr lange dauern, dann läuft auch das Innere des Wagens voll und wir saufen ab. So lange will ich wirklich nicht warten."
Er kletterte zurück, drehte sich zum Rücksitz und wollte nach der Reisetasche greifen, in der sie die eine Million und zweihundertfünfundsiebzigtausend Euro hastig verstaut hatten. Doch der Rücksitz war leer.
"Wo ist die Tasche?", fragte er entsetzt.
Ilka drehte sich um, geriet ebenfalls ins Staunen und begann zu überlegen, was sie zuletzt getan hatte.

Amnesie vor dem großen Ende

"Ich verstehe das nicht", gab sie zu. "Ich erinnere mich nicht mehr, wie wir in das Auto gekommen sind."
Bernd schaute seine Frau überrascht an, wollte etwas entgegnen, doch er hielt inne. Nach einigem Zögern gab er zu: "Ich weiß es auch nicht mehr."
"Das gehört wohl zur Apokalypse", spekulierte Ilka. "Das menschliche Gehirn ist vermutlich nicht in der Lage, das Ausmaß eines Weltuntergangs zu erfassen, weshalb es sich in eine Amnesie flüchtet."
"Glaubst du wirklich?" Bernd bekam ganz große Augen.
Ilka nickte. Ihr Gesicht wirkte aschfahl in dem immer dunkler werdenden Wageninneren.
"Meinst du, ich kann die Innenbeleuchtung einschalten?", überlegte Bernd. "Ich will dich noch einmal sehen, bevor wir sterben."
"Was soll uns schon passieren?" Ilka lachte freudlos.
"Mal sehen, ob es noch funktioniert." Bernd drückte einen Knopf an seinem Armaturenbrett. Zu ihrer Überraschung leuchtete ein kleines Lämpchen auf. Sie schauten sich an, nahmen sich an den Händen und schwiegen.
Ein leises Rauschen drang ins Wageninnere. Durch die Heckklappe drängte sich Wasser hinein. Die Rücksitzbank war bereits nass und das Wasser suchte sich weiter seinen Weg, bis es an die Füße der beiden drang.
"Jetzt sind wir endlich einmal in unserem Leben zu viel Geld gekommen, da geht die ganze Welt unter", stöhnte Bernd.
Ilka nahm ihren Mann tröstend in die Arme.
"Und meine größte Angst galt den beiden Bankräubern Tom und Fred, weil sie bekannt dafür sind, dass sie grausam töten können."
"Den beiden sind wir entkommen." Ilka lachte. "Nur schade, dass wir ihre Gesichter nicht mehr sehen können."
"Ich wundere mich allerdings, dass ich außer uns hier keinen anderen Wagen sehen kann", stellte Bernd plötzlich fest und löste sich aus der Umarmung. "Wenn die ganze Welt unter Wasser steht, müsste hier alles voller Autos sein. Denn wer versucht in diesen Tagen nicht, mit seinem Auto dieser Apokalypse zu entkommen."
Beiden schauten hinaus. Das Wasser stand ihnen bereits bis zur Hüfte.
"Hier ist ein alter Volvo!", rief Ilka und zeigte auf etwas auf ihrer Seite. "Und dahinter ein Renault."
Bernd schaute in die Richtung, in die sie zeigte und erkannte in dem trüben Wasser tatsächlich weitere Wagen. Im gleichen Augenblick spürten sie einen Rums, als seien sie auf etwas aufgeschlagen.

Tom und Fred

Tom und Fred standen am Ufer des Sees und beobachteten, wie nach wenigen Minuten auch das Dach des Wagens unter der Wasseroberfläche verschwand.
"Ob die beiden inzwischen von ihrer Chloroform-Betäubung aufgewacht sind?", fragte Tom grinsend.
"Keine Ahnung! Ich weiß nicht, wie viel du ihnen verpasst hast", entgegnete Fred. "Lass uns gehen. Der Flieger nach Argentinien wartet nicht auf uns."
Sie nahmen die Reisetasche von Ilka und Bernd und steuerten ihren eigenen Wagen an.
"Wir sollten das nächste Mal ein Warnschild zurücklassen, damit keiner mehr auf den Gedanken kommt, uns zu beklauen", schimpfte Tom.
"Blödmann! Damit nehmen wir der Polizei nur die Arbeit ab!" Fred tippte sich an die Stirn. "Lass die Dummköpfe doch, wenn sie meinen, sie könnten unser schwer verdientes Geld stehlen. Der See ist verdammt groß. Dort können wir noch eine ganze Menge Autos versenken, ohne dass einer etwas merkt."

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