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Tageshoroskop: Fluchtgefahr

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So nehmen Sie 2018 Ihr Glück selbst in die Hand

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Kurzkrimis

Der Schütze

Werner ist ein passionierter Jäger. Er möchte wieder einmal ein Reh schießen, er träumt von einem leckeren Sonntagsbraten. Doch egal welchen Hochsitz er sich aussucht, jeden Morgen taucht ein Jogger auf und vertreibt mit seinem Lärm das Wild. Werner könnte platzen! Wie werden sich die beiden Männer einigen?

Der Schütze

Die Jagd beginnt

Die Morgendämmerung bricht an. In rotgoldenen Farben geht die Sonne auf. Das verspricht, ein guter Tag zu werden.
Werner zieht seinen grünen Lodenmantel an, klemmt sich seine Flinte unter den dicken Stoff des Mantels und verlässt das Haus. Erst am Vortag hat er ein schönes Reh gesehen. Groß und stark.
Ein guter Sonntagsbraten.
Zufrieden grinsend macht er sich auf den Weg.
Die Straßen sind leer und verlassen, alle Fensterläden noch geschlossen. Eine angenehme Stille umgibt ihn.
Plötzlich taucht ein Schatten vor ihm auf.
Werner traut seinen Augen nicht. Vor ihm steht ausgerechnet Heinrich, der Revierförster. Seine Augen blitzen böse, während sie über Werners Lodenmantel wandern.
Werner spürt die Waffe unter seinem Arm. Unauffällig schaut er an sich herunter, um zu prüfen, ob sie von außen zu sehen ist. Nein. Trotzig erwidert er Heinrichs Blick.
"Solltest du es wagen, in meinem Revier zu wildern, wirst du dein blaues Wunder erleben", donnert Heinrichs Stimme drohend an Werners Ohr.
"Wie kommst du darauf, ich könnte so eine Dummheit machen?", fragt Werner.
"Ich kenne dich. Mir machst du nichts vor. Also pass auf, mit wem du dich anlegst."
Werner geht schnell um die nächste Hausecke. Dort bleibt er stehen, atmet tief durch, bevor er sich umdreht und zusieht, wie Heinrich in seinen grünen Geländewagen einsteigt und davonfährt. Erleichtert setzt Werner seinen Weg in den Wald fort.
Der Hochsitz steht an einer Lichtung, die den Blick über Wiesen und Felder freigibt. Ein schöner Platz, stellt Werner wie so oft fest, wenn er hierherkommt. Ruhe, Stille, kühle unverbrauchte Luft und kein Mensch weit und breit - außer ihm.
Werner klettert auf den Hochsitz, setzt sich auf die hölzerne Bank und genießt die schöne Aussicht. Es dauert nicht lange, schon sieht er das erste Reh.
Er setzt seine Flinte an, um zu schießen. Das Reh steht nah genug, er hat es genau im Visier.
Plötzlich hört er ein lautes, ungesundes Keuchen. Das Reh verschwindet mit nur wenigen Sprüngen im schützenden Wald.
Wütend schaut Werner auf den Störenfried. Es ist ein Jogger.
Er kann es nicht fassen. Ist man nirgends vor diesen Sportsfreunden sicher?

Neuer Morgen, neues Glück

Ein neuer Morgen, ein neues Glück.
Wieder ist die Luft klar und kalt. Kein Lüftchen weht, keine Menschen in Sicht. Werner steckt seine Flinte unter den Lodenmantel und macht sich auf den Weg. Heute steuert er einen anderen Hochsitz an, in der Hoffnung, dieses Mal nicht wieder von dem Jogger gestört zu werden.
Auch dieser Hochsitz steht am Rand einer Lichtung.
Werner klettert nach oben und lässt sich in dem kleinen Kasten nieder. Nur wenige Minuten verstreichen, schon sieht er die ersten Rehe, die vorsichtig aus ihrem sicheren Versteck herauskommen.
Werner hebt seine Flinte an, schaut durch das Zielfernrohr. Doch ein Reh sieht er nicht. Stattdessen taucht ein Jogger auf. Mit laut schnaufenden Geräuschen läuft ein Mann genau über die Wiese, auf der die Rehe stehen.
Werner blickt überrascht auf.
Die Rehe sind verschwunden. Dafür sieht er den Jogger umso besser. Er schaut genau hin und stellt fest, dass der Mann ebenso unsportlich wirkt wie der Jogger am Vortag. Auch sein Sportdress sieht genauso aus.
"Wenn ich dich noch einmal sehe, dann wirst du anstelle des Wildes erlegt", schreit Werner zornig.
Als Antwort bekommt er von dem Jogger nur eine Hand mit ausgestrecktem Mittelfinger zu sehen.

Aller guten Dinge sind drei

Man sagt doch, aller guten Dinge sind drei, überlegt Werner, während er sich am dritten Morgen in seinen Lodenmantel hüllt. Es gibt noch einen weiteren Hochsitz, den er ausprobieren will. Der Platz liegt am entgegensetzten Ende des Reviers. Also wird er dieses Mal von keinem Jogger gestört werden.
Zuversichtlich macht er sich auf den Weg.
Der Hochsitz steht am Waldrand und gibt den Blick über einen umgepflügten Acker frei.
Werner klettert hinauf, setzt sich und hält Ausschau.
Nach einer Weile kommen die ersten Rehe und grasen am Rand des Feldes. Werner schaut durchs Zielfernrohr.
Doch was sieht er da? Er kann es nicht fassen.
Schon wieder begegnet ihm der schnaufende Jogger.
"Ich habe dich gewarnt", schreit er wütend. "Jetzt befördere ich dich dorthin, wo du hingehörst."
Er will seine Flinte entsichern. Doch er hört das typische Rscht-Rscht schon, bevor er die Hand an seinen eigenen Waffenlauf legen kann.
Erschrocken schaut er sich um. Ein kurzes Aufblitzen in der Morgensonne verrät ihm, woher das Geräusch gekommen ist. Jetzt erst sieht er, dass im dichten Gestrüpp neben ihm ganz versteckt ein weiterer Hochsitz steht.
Der lange Lauf der Waffe schiebt langsam die Äste zur Seite, sodass Werner sehen kann, wer ihn im Visier hat.
Es ist der Revierförster Heinrich.
"Wie hast du mich gefunden?", fragt Werner erschrocken.
Heinrich zeigt auf den Jogger und antwortet mit einer Gegenfrage: "Glaubst du, unser Sportsfreund läuft freiwillig zu dieser unchristlichen Zeit in dem unwegsamen Gelände?"
"Der Jogger hat für dich spioniert?" Werner kann es kaum glauben.
"Ich bin nicht nur im Wald, sondern auch als Sternzeichen Schütze", erklärt Heinrich mit hämischem Unterton. "Und denen sagt man nach, dass sie stets den Überblick behalten."
"Was soll das heißen?"
"Dass du dir den falschen Gegner ausgesucht hast."
Laut knallt der Schuss durch das Tal.

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