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Kurzkrimis

Tod am Tag 1

Es ist der 24. September - der Beginn des Sternzeichens Waage. Alle Zeitungen berichten darüber: Der Astromörder tötet immer an dem Tag, an dem das neue Sternzeichen beginnt. Und ausgerechnet an diesem Abend hat Annette spät Feierabend. Soll sie es wagen, durch die Dunkelheit nach Hause zu gehen?

Tod am Tag 1

Der erste Tag

"Welchen Tag haben wir heute?", fragt Annette ihren Arbeitskollegen Dieter.
"Den 24. September."
"Und was bedeutet dieser Tag?"
"Hey, was soll das? Sind wir hier im Quiz von Günter Jauch?" Der Kollege wird ungeduldig.
"Heute ist der erste Tag des neuen Sternzeichens. Heute beginnt die Waage."
Dieter kratzt sich nachdenklich am Kopf und meint: "Schön, dass du an mein Sternzeichen denkst. Aber bis zu meinem Geburtstag ist es noch eine Woche. Hoffentlich denkst du auch daran."
"Hast du in der letzten Zeit keine Zeitung gelesen? Alle berichten nur noch von dem Serienmörder - genannt Astromörder -, der immer am ersten Tag des neuen Sternzeichens mordet."
Begriffsstutzig schaut Dieter seine Arbeitskollegin an.
"Dabei geht es dem Mörder nicht darum, dass sein Opfer in diesem Sternzeichen geboren ist. Nein, er tötet wahllos. Nur an das Datum hält er sich ganz genau."
"Du willst mich jetzt hochnehmen?"
"Nein." Um ihrem Kollegen ihre Worte zu verdeutlichen, hält Annette ihm die Tageszeitung vor die Nase. Deutlich steht dort geschrieben: "Im Fall des Astromörders bitten wir die Bevölkerung um besondere Vorsicht, da heute der erste Tag des Sternzeichens Waage ist. Die Polizei arbeitet heute Nacht auf Hochtouren. Alle dunklen Straßen und Gassen werden durch regelmäßige Patrouillen überwacht."
Endlich versteht Dieter, warum Annette so aufgelöst reagiert.
"Hast du Angst, allein nach Hause zu gehen?", fragt er.
Genervt wirft Annette einen Blick aus dem Fenster. Alles liegt im Dunkeln. In einer halben Stunde beginnt ihr Feierabend.
"Natürlich! Für ein Taxi reicht mein Geld nicht. Also werde ich zu Fuß gehen müssen."
"Du kannst ja warten, bis mein Feierabend beginnt", schlägt Dieter vor.
"Und wie lange dauert das?"
"Vier Stunden!"
Annette stöhnt.
"Du weißt, dass ich diese Stunden brauche, weil ich mit meinen Arbeitsstunden im Rückstand bin."
"Ist schon okay", wehrt Annette ab. "Ich werde ganz vorsichtig sein und niemanden in meine Nähe lassen."
Dieter nimmt sich die Zeitung, um den ganzen Artikel zu lesen.
Annette zieht sich ihre Jacke an, hängt ihre große Handtasche über ihre Schulter und macht sich bereit, den langen Heimweg anzutreten. Ihr Blick fällt auf Dieter, der immer noch in die Zeitung vertieft ist. Leise murmelt er: "Das letzte Opfer hat ganz in deiner Nähe gewohnt."
Annette nickt.
"Jetzt verstehe ich deine Angst. Soll ich dir nicht doch lieber ein Taxi rufen?"
"Nein! Ich bin total pleite. Der Taxifahrer fährt mich bestimmt nicht umsonst, nur weil ich Angst vor dem Astromörder habe."

Der Weg in die Angst

Die nächtliche Luft ist warm.
Annette schwitzt in ihrer Jacke. Oder treibt ihr die Angst den Schweiß in die Achselhöhlen?
Ihre Schritte sind hastig.
Sie passiert den Schnellimbiss, in dem außer dem Würstchenverkäufer kein einziger Mensch zu sehen ist. Vermutlich verdirbt ihm der Astromörder das Geschäft für diesen Abend.
Ein flüchtiger Gruß und Annette hastet um die nächste Kurve.
Plötzlich liegt alles in völliger Stille. Kein Auto, keine Menschen, noch nicht einmal ein streunender Hund.
Normalerweise ist es hier nicht so ruhig. Annette spürt ihre innere Unruhe. Es ist auch kein Wunder, dass sich alle in ihren Häusern verkriechen. Sämtliche Opfer sind mit einem Hammer erschlagen worden. Und nicht nur mit einem Schlag. Der Astromörder hat jedes Mal mit so viel Wut auf die Opfer eingeschlagen, dass sie lediglich anhand ihrer Ausweispapiere zu identifizieren waren.
Und laut der Zeitung tappt die Polizei immer noch im Dunkeln.
Solche Nachrichten lassen die Menschen vorsichtiger werden.
Das einzige Geräusch, das Annette begleitet, sind ihre eigenen Schritte.
Tock, tock, tock, tock.
Warum hat sie ausgerechnet heute ihre hochhackigen Schuhe angezogen?

Das Grauen naht

Plötzlich hört sie noch etwas. Sie kann es nicht erkennen, weil ihre lauten Schritte alles übertönen. Soll sie wirklich stehenbleiben und zurückschauen?
Nein! Das wäre zu gefährlich.
Vor ihr liegt alles in undurchdringlicher Schwärze. Zum Glück weiß Annette genau, an welcher Stelle sie abbiegen muss. Es ist nicht mehr weit.
Sie spürt, dass sich ihr jemand nähert. Gegen jede Vernunft dreht sie sich um und sieht eine große Gestalt, die sie verfolgt.
Sie beschleunigt.
Die Gestalt ruft etwas.
Das könnte dir so passen, denkt sich Annette und wird noch schneller.
Sie verpasst die Seitenstraße. Verdammt! Jetzt wird es eng für sie. Wo führt diese Straße hin?
Plötzlich steht sie vor einer Absperrung. Der Mond lugt zwischen den Wolken hindurch. Schemenhaft erkennt sie ein tiefes Loch. Die Baustelle der Kanalarbeiten.
"Annette! Hab ich dich..."
Annette greift in ihre große Handtasche, holt den Zimmermannshammer heraus, dreht sich um und schlägt zu.
"Zu spät! Waagen entscheiden sich immer zu spät."
Dieters Gesicht zertrümmert vor ihren Augen. Leblos sackt er zusammen, landet zu ihren Füßen.
"Außerdem hättest du die Zeitungen aufmerksamer lesen sollen", brüllt sie, während sie weiter zuschlägt. "Der Astromörder sucht seine Opfer sehr wohl nach ihrem Sternzeichen aus - nicht wahllos! Aber diese Notlüge war nötig, damit du mir auch brav folgst."
Anschließend steckt sie den Hammer in eine Nylontüte, damit keine Blutspuren in ihre Handtasche gelangen.
Skorpion beginnt am 24. Oktober, denkt sie sich auf dem Heimweg. Bis dahin hat sie genügend Zeit, das passende Opfer zu finden.

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