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Kurzkrimis

Tödlicher Wettbetrug

Kurz vor der Fußball-Europameisterschaft gerät die italienische Nationalmannschaft in Verdacht, in großem Umfang an Wettbetrug beteiligt zu sein. Die Carabinieri ermitteln. Doch sie haben nicht mit Salvatore Belucci gerechnet, der mit allen Mitteln versucht, sich nicht ins Handwerk pfuschen zu lassen.

Tödlicher Wettbetrug

Der Leichenfund

Die Mündung der Waffe steckte immer noch in seinem Mund, obwohl die Hände hinter seinem Rücken gefesselt waren. Die Augen weit herausgequollen und der Hinterkopf weggeplatzt wie die Innereien einer Tomate - der Anblick ließ ihm eiskalte Schauer über den Rücken laufen. Emilio Parotti erkannte ihn sofort. Vor ihm lag Brigadiere Arturo Varrera. Es war Arturos Aufgabe gewesen, die Nationalspieler der italienischen Fußballmannschaft zum dem angeblichen Wettbetrug zu befragen. Ganz kurz vor der EM waren heftige Anschuldigungen gegen die italienischen Fußballer erhoben worden.
Parotti schüttelte den Kopf vor Entsetzen. Normalerweise wäre es seine Aufgabe gewesen. Doch er war ausgestiegen. Nicht nur aus dem korrupten Geschäft, sondern auch aus dem Polizeidienst. Arturo war sofort damit einverstanden gewesen, diese Befragung auszuführen. Er hatte den Job regelrecht an sich gerissen, weil er es kaum erwarten konnte, berühmten Männern wie Leonardo Bonucci oder Stefano Mauri zu begegnen.
Parotti überlegte, was er nun tun sollte. Die früheren Kollegen anrufen oder so tun, als sei nichts passiert?
Nein! Das käme einem Zugeständnis gleich. Und Polizistenmord ging eindeutig zu weit. Es blieb ihm keine Wahl. Er wählte die altbekannte Nummer und hatte sofort den richtigen Mann in der Leitung.
"Pronto! Guiseppe!", rief er zum Gruß, als er ein Scheppern hinter dem Mauervorsprung hörte. Erschrocken schaute er in diese Richtung. Er konnte eine Bewegung ausmachen. In der Leitung hörte er den Capitano Guiseppe Mutori rufen, doch seine Aufmerksamkeit galt nur noch dieser Mauer.
Er zog seine Waffe aus seiner Jackeninnentasche und schrie mutig: "Kommt mit erhobenen Händen heraus!"
Doch was er zu sehen bekam, ließ seinen Mut sinken.

Im Trainingslager

Lorenzo Crustuito wollte nicht glauben, was er gerade zu hören bekam. Er versuchte den Fußball, den er sich selbst zugespielt hatte, aufzufangen, doch er griff daneben. Salvatore Belucci baute sich wie ein mächtiger Baum vor ihm auf und brüllte: "Ich habe doch klar und deutlich gesagt, dass ihr Emilio Parotti in unsere Geschäfte einweihen sollt."
"Musstet ihr Arturo denn gleich erschießen?"
"Was glaubst du, was passiert, wenn herauskommt, womit du dir dein Taschengeld als Nationalspieler aufbesserst?", fragte Belucci böse zurück. "Dann kannst du wieder in die Kreisliga zurückkehren."
"Mit Mord will ich nichts zu tun haben."
"Zu spät, Junge!" Belucci lachte, wobei er mehrere Goldzähne entblößte. "Mit Emilio wäre das nicht passiert!"
"Emilio ist nicht mehr bei den Carabinieri", erklärte der Fußballer mit Schweißperlen auf der Stirn.
"Und wo ist er?"
"Keine Ahnung! Jedenfalls ist er seit einigen Wochen nicht mehr unter seinen bekannten Telefonnummern zu erreichen."
"Was hat das zu bedeuten?"
"Ich habe gehört, dass er aus unserem Geschäft aussteigen will."
"Keiner verlässt mich ungefragt", stellte Salvatore Belucci klar. "Finde den Kerl und mache ihm klar, was ihm blüht, wenn er nicht sofort die Schnüffelei dieser Carabinieri unterbindet!"

Die Luft wird bleihaltig

Mehrere Männer kamen mit vorgehaltenen Waffen aus ihrem Versteck heraus und eröffneten ohne Vorankündigung das Feuer. Mit einem Hechtsprung gelang es Emilio, hinter sein Auto zu flüchten. Die Kugeln, die auf das Autoblech trafen, schallten doppelt so laut.
Er wagte einen Blick über die Motorhaube, als die nächste Salve von Schüssen niederprasselte. Nun hieß es für ihn, strategisch vorzugehen. Er hatte es mit vier Männern und ihren Waffen zu tun - also viermal mehr Munition, als ihm selbst zur Verfügung stand. Vorsichtig hob er seine Waffe an und feuerte einen gezielten Schuss ab. Doch es passierte nicht das, was er sich erhofft hatte. Das Gegenteil war der Fall. Die vier Männer teilten sich in alle Windrichtungen auf. Er hatte also nicht getroffen. Nun schwand auch seine letzte Chance, aus dieser Falle wieder lebend herauszukommen.

Wer ist hier der Boss?

"Ich bin nicht auf Urlaub in der Toskana, sondern zum Trainieren. Ich muss so viele Stunden für unser erstes EM-Spiel gegen die Polen üben, da bleibt mir keine Zeit, nach einem abgehalfterten Bullen zu suchen.", begehrte Crustuito auf.
"Wann findet das Spiel statt?"
"In zwei Wochen. Am 10. Juni in Danzig!"
"Also hast du noch Zeit genug, Emilio aufzutreiben. Vergeude deine Zeit nicht mit sinnlosen Diskussionen!"
"Wir reisen in zwei Tagen ab", versuchte Crustuito ein weiteres Gegenargument vorzubringen.
"Was ist dir lieber?" Mit dieser Frage zog Belucci eine Halbautomatik aus seinem Gürtel und hielt sie dem Fußballer direkt vor das Gesicht. "Ein Gesicht wie ein Sieb oder eine volle Kasse?"
Crustuito hob beide Hände und rief hastig: "Okay! Du hast gewonnen."
"Giulio, Pietro und einige meiner Männer begleiten dich", fügte Belucci zufrieden an. "Sie werden dir auf die Finger schauen"

Ein Ende mit Schrecken oder...

Emilio konnte einen der Männer erkennen. Es war Giulio, Beluccis rechte Hand. Ihm wurde schwindelig. Die Wettmafia hatte sich sogar in der Toskana ausgebreitet. Das verhieß nichts Gutes. Wie hätte er wissen können, dass sein Entschluss, den Dienst bei der Carabinieri hinzuschmeißen , solche fatalen Folgen haben würde? Sein Blick fiel wieder auf den Toten, dessen Hirnmasse vermischt mit Knochensplittern und Blut sich auf dem Asphalt verteilte. Verdankte Arturo ihm dieses unrühmliche Ende? Doch ihm blieb keine Zeit, darüber nachzudenken. Weitere Schüsse fielen und schlugen verdammt nah neben ihm ein. Er öffnete die Fahrertür und verkroch sich, soweit es ging, dahinter. Nachdem er Giulio ausgespäht hatte, feuerte er den nächsten Schuss ab. Wieder daneben. Wenn er so weitermachte, verspielte er seine letzte Chance. Während die Kugeln von allen Seiten auf sein Auto einschlugen, visierte er das nächste Ziel an. Dieses Mal erkannte er Pietro. Er zielte und feuerte. Dieses Mal war es ein Treffer. Gleichzeitig spürte er einen brennenden Schmerz in seiner Brust. Er schaute an sich herunter und sah, dass er getroffen worden war.
"Ergib dich!", rief Giulio.
"Niemals!"
"Gegen uns hast du sowieso keine Chance."
Nein! Emilio würde sich nicht ergeben. Er hatte endlich damit angefangen, sein Leben mit ehrlicher Arbeit zu finanzieren. Das wollte er nicht wieder aufgeben. Es musste ihm gelingen, aus diesem Sumpf aus Korruption und Verrat herauszukommen. Doch er fühlte sich bewegungsunfähig. Die Luft wurde immer knapper. Er war Beluccis Männern hilflos ausgeliefert.
Verzweifelt versuchte er, seine Waffe anzuheben, um sie abzufeuern, als er aus den Augenwinkeln sah, wie Guiseppe Mutori mit der Antiterroreinheit zur Verstärkung anrückte.
Das entlockte ihm tatsächlich ein Grinsen. War sein Telefonat mit dem Capitano doch die richtige Entscheidung gewesen!

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