Mut

Was so manche "Helden im Alltag" auszeichnet, das ist vor allem eins: Mut. Manche riskieren ihr Leben für andere; es gibt aber auch diejenigen, die "mutwillig" etwas zerstören. (Das sind dann natürlich selbstredend keine Helden - mutig sind sie trotzdem.) Man stellt sich vielleicht mal die Frage: "Bin ich mutig, und wenn nein: warum?" Oder: "Kann man Mut erlernen?"

Mut

Der Gegenspieler: Angst

Kann jeder mutig sein?

In kniffligen Situationen muss man oft schnell entscheiden. "Gehe ich jetzt dahin, wo es weh tut, oder aber drehe ich mich einfach um und schreite von dannen?" Eine weitere Angstreaktion gibt es neben Kampf und Flucht noch - der Betreffende erstarrt zur Salzsäule.
Tatsächlich gibt es, wie der Volksmund sagt, "solche und solche". So neigt zum Beispiel ein bestimmter prozentualer Anteil des männlichen Geschlechts zu sogenannten "Risikoverhaltensweisen". Das heißt, diese Gruppe sucht gefährliche Situationen, zieht die Gefahr magisch an und lebt am "Limit".
Doch der Großteil der Bevölkerung ist weniger mutig, und das hat auch seinen evolutionären Sinn.

Todesmut

"Spring!"

Stellen Sie sich einfach nur mal vor, die Mehrheit aller Menschen würde von Natur aus dazu neigen, so gut wie täglich ihren Todesmut unter Beweis zu stellen. Richtig: Es würden überdurchschnittlich viele Personen im Alltag sterben.
Da es nun der Evolution vor allem aber gerade darauf ankommt, dass sich die betreffende Population vermehrt und vor allem überlebt, kann man davon ausgehen: Die Nicht-Mutigen unter uns haben einen Vorteil - sie scheuen eher die Gefahr. Daher überleben sie auch eher.
Die Super-Mutigen sind sozusagen Außenseiter. Aber wahrscheinlich macht sie gerade das so interessant.

Alle Babys sind mutig

Das Trial-and-Error-Prinzip

Es gab einmal eine Zeit in Ihrem Leben, da waren Sie noch weitgehend frei von Ängsten. Sicher, angeborene Ängste gibt es auch, schon Kleinkinder zeigen sie, bevor sie negative Erfahrungen machen müssen. Da hätten wir etwa die Furcht vor Höhe, Dunkelheit, Schlangen und Spinnen.
Kinder sind vor allem eines: neugierig - und damit auch mutig. Wenn sie etwa beginnen zu laufen - die Kleinen fallen Hunderte Male hin, tun sich weh, aber stehen immer wieder auf.
Interessanterweise verlieren die meisten Menschen ihren Mut, und zwar in etwa ab dem Kindergarten- und Grundschulalter.

Das Baby im Mann

Gelten kindliche Maßstäbe im Erwachsenenalter?

Dann geht es nämlich darum, sich in die Gesellschaft einzugliedern. Sozialisation heißt der Prozess im Kontext der Pädagogik und Psychologie. Wenn Eltern nun zu viel Druck auf das Kind ausüben, es über-sozialisieren, weil sie wollen, dass es "brav" und "ordentlich" ist, kann sich das innerpsychisch beim Heranwachsenden niederschlagen. Er erlernt so einige "Mut-Bremsen". Auf der anderen Seite führen auch viele negative Erlebnisse in der Kindheit mit dem sozialen Umfeld außerhalb des familiären Kreises zur Reduktion des Mutes, etwa im Falle von Mobbing, Außenseitertum, Raufereien, Unfällen...
Daher lohnt auf jeden Fall ein Blick in die eigene Biografie, um sich selbst und seine Mut-Bereitschaft besser zu verstehen.

Mut - der Selbsttest

"Wie sehen mich die Mitmenschen?"

Rufen Sie sich Situationen aus Ihrem Leben in Ihr Bewusstsein, in denen es "brenzlig" wurde. Vielleicht hat Sie jemand "dumm angemacht" - oder Ihre Freundin. Gerade letzterer Fall bringt so manchen Mann richtig in die Bredouille. Oder aber Ihr Chef stellt Sie in den Senkel.
Egal, welche Situation Ihnen einfällt - fragen Sie sich: "Was habe ich gespürt, wie habe ich schlussendlich reagiert?" Gerade beim Thema Mut lügen wir uns nämlich häufig in die eigene Tasche, etwa so: "Ja, Schatz, ich weiß, dass dich der Typ da hinten beleidigt hat; aber ich möchte keinen Streit, ich bin ein friedlicher Mensch!" oder: "Schatz, ich habe mich heute nur nicht gegen den Chef gewehrt, da ich für mich denke: Der Klügere gibt nach!"
Fragen Sie ruhig auch mal Ihr soziales Umfeld nach dem Thema.

Mut und Glücksgefühle

Die Angst überwinden

Wer öfter mal Ängste überwindet, und sei es auch nur im "kontrollierten Rahmen" (etwa einen Horrorfilm ansehen), der sorgt im Nachhinein für die Ausschüttung von Glückshormonen. Man kann auch an seinem Selbstwert arbeiten, dies sorgt gleichzeitig für den Aufbau der Mut-Bereitschaft. Aber in dieser Hinsicht muss es schon "zur Sache" gehen. Passende Beschäftigungen sind: Fußball, Kampfsport, Extremsportarten...
Seien Sie also beruhigt: Sie müssen nicht jemanden vor dem Ertrinken retten, um zu beweisen, dass Sie mutig sind.
Übrigens: Wenn es um das Wohl unserer Lieben geht, dann zeigen wir alle Mut, und das ganz automatisch. Und darauf kommt es doch an, oder?

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