Berufshoroskop Schütze

Fröhliches Einpeitschen

Ob Kanzel, Podium oder Kantinenstammtisch, dem Schützen mit immensem Verkündigungsdrang ist jeder höhere Posten recht, damit er seine wahre Berufung ausüben kann: die Menschen vom wirtschaftlichen Aufschwung zu überzeugen. Mit Optimismus - manchmal Galgenhumor - hält er die Mitarbeiter in jeder Geschäftslage bei Laune, und selbst wenn die Firma sich beim nächsten hochspekulativen Weitsprung das Genick bricht, sieht er darin noch einen höheren Sinn. Schützen fangen als Wandergesellen auf der Walz an und entwickeln sich zum reisenden Meister der Selbstüberschätzung.

Schule

ABC-Schütze

Schon als Anfänger trabte er mit einem forschen "mir nach" den anderen Schultütenträgern voran ins unbekannte Lern-Abenteuer und zupfte auch den verschüchterten Angsthasen fröhlich von Mutters Rockzipfel. Er will lernen, die Welt entdecken und fremde Länder wenigstens per Schulatlas bereisen, dazu erwartet er tagtäglich ein buntes Unterhaltungsprogramm von den Lehrkräften. Wehe aber, es wird im Unterricht nichts Auf- und Anregendes mehr geboten, dann bringt er mit ansteckender Partylaune Stimmung in die Bude, seine aufmunternden Gags bereichern jede Schulstunde und der Lehrer wird zur Erholung vor die Tür gestellt.

Lieblingsfächer Erdkunde, Fremdsprachen, Geschichte, Religion, Video-AG

Ausbildung

Lehrfrust macht Reiselust

Unersättlicher Bildungshunger ist die Triebfeder, die Schützen ins Berufsleben hineinkatapultiert, aber was ist die optimale Richtung, und vielleicht wartet ja noch was Besseres an der nächsten Gewerbegebiets-Straßenecke? Soll er doch lieber Philosophie, Religionswissenschaften oder Jura studieren? Der Schütze stürzt sich begeistert in jede erfolgversprechende Ausbildung, würde sich am liebsten als Trainee für alle Arbeitsbereiche qualifizieren, fragt im Bewerbungsgespräch erst nach den Aufstiegschancen, treibt Vorgesetzte mit jugendlichem Größenwahn auf die Palme und geht freiheitsliebend als Berufsschulschwänzer flöten.

Beruf

Grüß Gott, Herr Pfarrer

Überzeugungskraft ist Trumpf, wer große Reden schwingen kann, begeistert Kunden, und Schützen bringen einfach alles Verkäufliche unter die Leute. Deshalb müssen sie als Kaffeefahrten-Veranstalter die Mitreisenden gar nicht einsperren, bei Ihnen gehen Rheumadecken, Whirlpools für Füße oder Knoblauchpillen weg wie warme Semmeln. Wenn sie nicht Waren, sondern Wahrheit verkloppen wollen, dann spielen sie den Alleinunterhalter auf der Kanzel und halten der leichtgläubigen Zuhörerschaft Gardinenpredigten. Moralapostel ist sowieso die eigentliche Berufung des Schützen. Der will nicht auf der Stelle treten und braucht unbedingt die berufliche Verbindung zur großen weiten Welt, also wird er Reiseleiter, Stadtführer, Missionar - anbetungswillige Jüngerscharen sind die Grundvoraussetzung für seinen beruflichen Erfolg. Der Schütze ist glücklich, wenn er seine Mitmenschen über den Sinn des Lebens belehren kann, ersatzweise sind auch Themen wie Gerechtigkeit, Toleranz und Horizonterweiterung denkbar, solange er mit Ruhm und Ehre nur so überschüttet wird.

Jobs Großhandelskaufmann, Motivationstrainer, Pastor, Politiker, Reiseleiter, Werbegrafiker

Karriere

Überholen verboten

Vorwärtskommen und mit Siebenmeilenstiefeln die Stufen des Erfolges erklimmen ist das Ideal der aufstrebenden Schützen. Sie gehen als leuchtendes Beispiel voran, fallen als "Hans im Glück" beruflich immer wieder auf die Füße und die Karrierenleiter hinauf. Der Schütze ist ein großzügiger Chef, stets optimistisch und frohgelaunt, auch wenn mal eine Kleinigkeit schiefgeht oder ein Großauftrag in den Sand gesetzt wird. Wenn dann der Betrieb am Boden zerstört ist, ein Schütze sieht's positiv: Von nun an kann es nur noch aufwärts gehen. Fehler werden als Gewinn an Erfahrung akzeptiert und eigentlich ist fast alles erlaubt - so lange keiner überholt.

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