Berufshoroskop Steinbock

Knochenjob gesucht

Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß und Steinböcke Verbotstafeln gesetzt. Das wäre ja gelacht - halt, das ist schon mal gar nicht erlaubt - wenn man sich ganz mühelos durch den Berufsalltag die Karriereleiter hinaufhangeln könnte, statt den schweren (Werde-)Gang mit einem Rucksack voller Verantwortung anzutreten. Bei Strafe strengstens untersagt sind frohes Schaffen, süßes Nichtstun, schnelle Gipfelstürme, Beamtenwitze und Übersprungshandlungen. Für Steinbocks Mitarbeiter kein Problem, angesichts seiner eisigen Miene gefriert die Fröhlichkeit in den Adern.

Schule

Nichts zu lachen

Der Ernst des Lebens tritt höchstpersönlich auf staksigen Kinderbeinen ins Klassenzimmer, wenn ein kleiner Steinbock als Erstklässler anfängt und in der gefüllten Schultüte anscheinend auch gleich die ganze Last der vollen Verantwortung mitschleppt. Was das ist, weiß er noch nicht, dass es etwas Schwerwiegendes sein muss, ahnt er aber schon und hat deshalb vom ersten Tag an das angestrengte Stirnrunzeln im Gesicht. Spielerisches Lernen und lustige Mitschüler sind ihm befremdlich, denn das Leichte fällt ihm schwer. Die schlimmsten Zeiten für Schülersteinböcke sind unerwartete Freistunden, das ist ja nicht auszuhalten!

Lieblingsfächer Geschichte, Mathematik, Naturwissenschaft, Technik, Wander-AG

Ausbildung

Schwerer Werdegang

Von der Pike auf wollen Steinböcke sich hocharbeiten und fangen mit Hofkehren oder Vesperholen an, wie es sich seit Jahrhunderten für den Stift gehört. Sie hängen so an alten Traditionen, dass es ihnen schwerfällt, den - hoffentlich wenigstens kargen - Lohn entgegenzunehmen, lieber würden sie Lehrgeld bezahlen. Am Azubi-Steinbock haben die Handwerksmeister ihre wahre Freude, denn für den ist ein Chef noch der Boss, je strenger, desto besser. Für weichere Exemplare der harten Art, die nicht im väterlichen Steinbruch arbeiten wollen, kommt allenfalls noch ein Studium in Frage, aber nur wenn es strohtrocken und sehr langwierig ist.

Beruf

Streng genommen

Wenn einer noch während der Probezeit in den Betriebsrat gewählt wird, dann kann das nur ein Steinbock sein. Der fühlt sich vom ersten Tag an verantwortlich, ob für das Nachfüllen der Wasserspender, sekundengenaue Abrechnung aller Überstunden oder die pünktliche Abfütterung in der Kantine - Recht und Ordnung müssen sein. Am wohlsten fühlt er sich in Ämtern, umgeben von Gesetzestexten, Paragrafen und engstirnigen Kollegen, aber auch, wenn er alte Fundstücke abstauben, katalogisieren, restaurieren oder verkaufen kann, wird er mühsam glücklich. Den Steinbock schreckt kein eisiges Betriebsklima, kühle Distanz ist leistungsfördernd, weil keine Zeit mit Geplauder oder unnützen Streitereien verplempert wird. Er konzentriert sich auf das Wesentliche und ob er als Baumeister, Wirtschaftsprüfer, Historiker, Landvermesser oder Steinmetz verbiestert ackert, das Ergebnis ist immer schnörkellos korrekt. Klare Linie, harte Worte und die Lizenz zum Amtsschimmelreiten sind sein Arbeitsmaterial, dafür hat er großzügige Toleranz als überflüssigen Ballast abgeworfen.

Jobs Archäologe, Architekt, Baumeister, Finanzbeamter, Notar, Richter, Steinmetz

Karriere

Es lebe die Hierarchie

Recht weit unten wollen Steinböcke anfangen, sich mühselig in kleinen Schritten mit großer Anstrengung nach oben schuften und nur ja keine gesetzlich verordnete Karriereleiterstufe überspringen. Ist auch die Höhenluft dünn, kalt und einsam, das schreckt nicht ab, gerade deshalb will ein Steinbock ja den Gipfel einer ehrfurchtgebietenden gesellschaftlichen Position erklimmen. Von dort aus kann er dann kraft irgendeines Amtes zum Firmenpatriarchen aufsteigen und sich selbst ein Denkmal in Granit meißeln - das Arbeitstier in Richterrobe mit Stechuhr in den Pfoten, einen Grenzzaun aus Paragrafenzeichen oder den erfrorenen Bergsteiger.

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