Kartenlegen

Eine beliebte Methode, in die Zukunft zu sehen, ist das Kartenlegen, auch Kartomantie genannt. Ungefähr im Jahre 1790 begann das Wahrsagen mit Karten durch Marie-Anne Lenormand seinen Siegeszug um die Welt. Anhand der Deutungen von Kartenbildern werden Prognosen abgegeben.

Kartenlegen

Rider-Waite-Tarot

Einblick in geheimes Wissen

Die weltweit am meisten verbreiteten Tarotkarten wurden 1910 von dem englischen Verlag Rider & Son aufgelegt. Entworfen wurden sie von Arthur Edward Waite und gemalt von Pamela Colman Smith. Beide waren Mitglieder des esoterischen "Ordens der Goldenen Morgenröte". Das Spiel besteht aus 78 Karten, aus "Großer Arkana", das sind die 22 Trümpfe, "Kleiner Arkana", das sind die vier Sätze bestehend aus Stäben, Kelchen, Schwertern und Münzen, sowie Hofkarten, das sind Prinz, Prinzessin, König und Königin. Das Wort Arkanum bedeutet "geheimes Wissen". Die Neuheit des Kartensets war, dass auf den bis dahin gezeichneten Tarot-Decks bei den "Kleinen Arkana" nur der Wert der Farben angegeben war, bei Rider-Waite gab es nun zusätzlich Motive. Zur Beantwortung von Fragen gibt es verschiedene Legesysteme. Das Kartenlegen kann man erlernen, es verlangt jedoch auch Intuition, Menschenkenntnis und viel Einfühlungsvermögen.

Crowley-Tarot

Magische Karten

Aleister Crowley schuf zusammen mit der Künstlerin Lady Frieda Harris um 1940 diese Karten. Er bezog die Ideen und Symbole unter anderem aus der ägyptischen Weisheit, aus der Welt der Magie, aus der Astrologie und aus der Kabbala. Man findet hier 80 Karten, da es den Magier in drei verschiedenen Ausführungen gibt. Bei Crowley wurden die Karten zum Teil umbenannt. Auch hier gibt es verschiedene Legesysteme, die man erlernen kann. Werden für eine andere Person Karten gelegt, gehören auch hier Intuition, eine hohe moralische Verpflichtung sowie die Schweigepflicht dazu. Die Persönlichkeitskarte kann aus der Quersumme des Geburtsdatums ermittelt werden. Die Wesenskarte trägt die Nummer der Quersumme aus der Persönlichkeitszahl. Die Wachstumskarte errechnet man aus der Quersumme des Geburtstages im aktuellen Jahr.

Lenormand-Karten

Ein Blick in die Zukunft

Die Karten wurden nach der berühmten und reichen Wahrsagerin Marie Anne Lenormand benannt. Sie lebte von 1772 bis 1834. Mit ca. 20 Jahren kam sie nach Paris, und alle Gesellschaftsschichten sowie hohe Herren aus der Politik waren unter ihren Kunden vertreten. Selbst Kaiser Napoleon hat sich von ihr seine Zukunft voraussagen lassen. Ihre Vorhersagen sind zum Teil überliefert und auch eingetroffen, wie die Geschichte bewiesen hat. Marie Anne Lenormand hat mit verschiedenen Kartendecks gearbeitet, und man nimmt an, dass die heutigen nach ihr benannten Karten später entworfen wurden. Sie bezog in ihre Weissagungen das Handlesen, die Astrologie und auch die Numerologie mit ein. Auf den Karten befinden sich Bilder, wie z. B. der Brief, Wolken, der Berg, das Kind. Die Symbole und wie sie in der Kombination zueinander liegen, ergeben Informationen zur Deutung der Karten für die Zukunft.

Kipper-Karten

Schicksals Wegweiser

Auch Kipper-Karten sind Wahrsagekarten. Sie wurden vermutlich von der Wahrsagerin Susanne Kipper entworfen und benutzt, diese Vermutung ist jedoch nicht belegbar. Das Kipperkartenspiel hat 36 Karten, auf denen jeweils eine Person oder ein Ereignis dargestellt ist. Der Verleger Matthias Seidlein in München hat die Karten erstmals 1890 verkauft, und sie zeigen bis heute dieselben Bildern. Die Karten haben Ähnlichkeit mit den Zigeunerkarten. Auch hier ist es wichtig, nicht nur die einzelnen Karten zu deuten, sondern sie in ihrem Zusammenhang zu den umliegenden Karten zu betrachten. Es kommt auch immer auf den eigenen Blickwinkel des Betrachters oder Fragers an, deshalb gehört eine gute Intuition und Menschenkenntnis für den Kartenleger zur Grundausstattung.

Engel-Karten

Schutzengel für jeden Tag

Engelkarten sind Orakelkarten. Es gibt viele verschiedene Kartendecks. Die Tarotkarten wurden im Mittelalter von den Kirchen als "Werk des Teufels" bezeichnet und verboten, Karten mit Schutzheiligen oder Schutzengeln jedoch waren erlaubt. Engelkarten helfen im Alltag, auf aktuelle Fragen eine Antwort zu finden. Jede Karte zeigt ein eigenes Bild, und zu jedem Bild gehört eine Botschaft. Der Fragende kann mit dem Bild meditieren und sich durch den Spruch dazu inspirieren lassen, die Antwort auf seine Frage zu erkennen. Engelkarten eignen sich auch gut, jeden Tag eine Tageskarte zu ziehen und sich ein Motto für den Tag mitgeben zu lassen. Auch können Engelkarten mit einem erfahrenen Kartenleger für die Zukunftsdeutung zurate gezogen werden.

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